Jobarteh Kunda

Jobarteh Kunda

Jobarteh Kunda will Musik machen, die zur Verständigung der Völker beiträgt und das ist dieser außergewöhnlichen Formation mit Sicherheit gelungen. Jobarteh Kunda bietet Weltmusik im besten Sinne (Süddeutsche Zeitung vom 14.5.2001).

Der Name dieser Band ist Programm: Kunda (Clan), eine Familie von 7 Musikern, praktisch aus sieben verschiedenen Musikalischen „Familien“. Einer davon aus dem weit verzweigten Familiengeflecht der international geschätzten Griotfamilie Jobarteh (englische Schreibweise, bzw. Dioubate`, französische Schreibweise).

Die Entstehungsgeschichte dieses lange gereiften Projektes ist faszinierend und ungewöhnlich wie ihr Klangbild. Der Co-Initiator der Gruppe Tormenta Jobarteh wuchs in München auf und studierte dort am Dante Augustini Institut Schlagzeug. Aber seine afrikanische Seele gab ihm den Antrieb, seine Heimat, seine „Kunda“ wieder zu finden. Als Musiker tourte er in verschiedenen Besetzungen durch Europa, Asien und die USA, bis er 1987 eine Band aus The Gambia traf und von ihnen in das kleine, vom Senegal umschlossene westafrikanische Land eingeladen wurde. Und dies hatte seine weitreichendsten Konsequenzen, denn dort hörte er zum ersten Mal das wundervolle Klangbild einer Kora, gespielt von einem Musiker, der dieses großartige Westafrikanische Instrument, einer Harfenlaute virtuos beherrschte.

Bei seinem musikalischen Mentor Basuru Jobarteh, dem Griot von Boraba, in Fulladou vergingen für Tormenta acht Jahre in Boraba, bis das intensive Studium der Kora, sowie der Mandinka Sprache und der Mande-Kultur erfolgreich abgeschlossen war. Tormenta lebte sich dabei derart in die Kultur seiner Wahlheimat ein, dass er von der Familie Jobarteh adoptiert wurde.

Griots (in der Mandinka Sprache Jaliya) sind Musiker, Historiker, Chronisten, Geschichtenerzähler und weise Berater in einer Person. Ihre Tradition wird vom Vater auf den Sohn vererbt und schon viele Jahrhunderte genießen sie bei der Bevölkerung großen Respekt. Tormenta Jobarteh wurde schließlich ebenfalls zum Griot ernannt, mit allen Rechten und Pflichten wohl einmalig für einen Nichtafrikaner mit weißer Hautfarbe. Beauftragt von der überwältigenden Ehre und mit der großen Erfahrung bereichert schließlich seine „Kunda“ gefunden zu haben und ihr nun auch musikalisch, sprachlich und inhaltlich einen Ausdruck geben zu können, begann Tormenta Jobarteh diese Erfahrung, sowie die reiche Kultur der Mande-Griots nach Deutschland und Mitteleuropa zu bringen und in Bezug zu seiner eigenen afrikanisch-europäischen Geschichte ein entsprechendes neues musikalisches Konzept zu entwickeln. Ein Konzept, das im gegenseitigen Verständnis dieser zwei großen und kulturell reichen Erdteile seinen spirituellen Ansatz hat. Jobarteh-Kunda war geboren.Zahlreiche Auftritte folgten und festigten sowohl das Repertoire, als auch den guten Ruf dieser Band. Nach und nach wurden für das ambitionierte Vorhaben traditionelle Songs umarrangiert, modernisiert und mit neuen Titeln zu einem in sich stimmigen Programm vereinigt.Bis zur Aufnahme der ersten CD „Abaraka“ im Frühjahr 1999 hatte sich das Line-Up durch hochkarätige Musiker komplettiert. Die CD „Abaraka hatte internationalen Erfolg (der Song Afrika wurde der Titelsong des Kinofilms Anansi von Fritz Baumann). Ihre zweite CD „Ali Heja“ erhielt fantastische Kritiken, u.a. im WOM-Journal, Süddeutsche, Jazzthetik, Blue Rhythm, Percussion Newsletter und der FOLKER traf es mit diesem Satz auf den Punkt: „Ali Heja“ ist Jobarteh- Kundas bestes Stück und braucht internationalen Vergleich nicht zu fürchten. „Wer diese CD nicht im Schrank hat, sollte auch bei den Tassen mal nachzählen“ (Luigi Lauer).

Mit dem Ausscheiden 2006 von Mori Dioubate, begann für die Band ein neues Kapitel. Tormenta Jobarteh, Humphrey Cairo (Drummer) und Gerhard Wagner (Sax, Flute) entwickelten zusammen einen neuen Sound, der die Band in ein neues Licht stellte. Mit der Ergänzung von Percussionist , Sabar und Djembe Spieler Cheick Bangoura (Senegal) Gitarristin, Sängerin Miriama Broady (USA) und mit Italien Bassist und Produzent Felix Occhionero präsentiert die Band heute eine perfekte Verbindung von westafrikanischer Manding-Musik, mit Elemente von African Roots,Hip- Hop, Reggae und Highlife. Harmonien und Power Groove verschmeltzen mit Charme und ansteckenter Lebensfreude. Die Kora von Tormenta Jobarteh ist nach wie vor, der rote Faden der Band.

Dadurch ist die Musik von Jobarteh-Kunda äußerst reizvoll und variationsreich, sie ist Weltmusik im wörtlichen Sinn. Die Band spielte u. a. bereits als Support von Miriam Makeba. Bei ihrer letzten Deutschland-Tournee gewannen sie Tausende von neuen Fans auf vielen großen Bühnen, u.a. beim vielumjubelten Konzert (neben Manu Dibango) bei den Afrikatagen in München, beim legendären Finkenbach Open Air mit Gentleman oder beim Sunsplash als Support für Tiken Jah Fakoly und auf dem „Chiemsee Reggae Summer“: ein mitreißender Stilmix aus traditionellem Afrika, Karibik, Pop & Jazz und Hip-Hop immer tanzbar, voller Energie und purer Lebensfreude!