Jaqee

Jaqee Festival 2018

Wenn Jaqee innehält, dann nur aus einem Grund. »Habe ich schlechte Laune, lasse ich alles stehen und liegen und halte mich von Leuten fern. Ich bin da vorsichtig und achte darauf, keine negative Energie zu verbreiten«, sagt sie. Um dann umgehend zu ergänzen: »Aber auch aus mieser Stimmung kann am Ende Gutes erwachsen – vor allem, wenn du als Künstler tätig bist.«

»Fly High« heißt Jaqees neues Album. Eine Platte, mit der man immer in guter Gesellschaft ist. Rund um die Uhr entstanden, rund um die Uhr hörbar. Inspiration lieferte die eigene Lebensgeschichte – einschließlich ihrer beiden Kinder. Der kraftvolle Titel kommt nicht von ungefähr: »Mein Ziel war es, die dunklen Seiten meines Lebenswegs aufzuhellen. Wir alle sollten zusehen, dass wir etwas finden, was uns mit uns selbst ins Reine bringt.« Jaqee ist viel gelaufen, hat lange in Cafés gesessen, noch länger frühmorgens vor dem Fenster. Hat nach Worten gesucht, nach den richtigen Einsatzzeiten, nach präzisen, aber zugänglichen Worten. Mit »Zola’s Dance« ist auch ein kindlich-verspielter Song Teil des Albums. Jaqee hat ihn ihrer Tochter gewidmet.

Die wichtigste Lektion jedoch, die die Künstlerin mit der Arbeit an »Fly High« verbindet, ist nicht musikalischer Natur. »Ich bin besser darin geworden, nein zu sagen – und damit auch darin, zu bestimmen, wie sich die Musik am Ende anhören soll. Ich habe mehr Dinge angesprochen und mehr Einfluss auf die Produktion genommen denn je. Davor war ich oft zu unsicher, um das letzte Wort zu haben.« Aus den Erläuterungen Jaqees zu »Fly High« bleibt besonders ein Satz in Erinnerung. »My voice has taken me to bigger places, and that’s out of my control«. »Out of control« – auch das klingt bedenklich, ist aber doch wieder lediglich eines: eine einzige, fließende, natürliche Bewegung. Dieses Mal im Höhenflug.